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Lieber zu Hause verrecken

Die Schlacht muss heut im Saale sich entscheiden, und der Krimi findet im Krankenhaus statt. Das ist „Fieber”, der Polizeiruf 110 aus München. Bei einer Geiselbefreiung wird Kommissar Hanns von Meuffels, das ist (zum Glück) Matthias Brandt, angeschossen, wir erleben ihn größtenteils im Krankenbett oder am Infusionsgestell, der Täter aber, ein Junkie, liegt im Koma und erscheint von Meuffels in seinen Fieberphantasien, der ansonsten von seinen Schmerzen und von den Geräuschen der anderen gemartert wird. Sein Zimmernachbar mit amputiertem Raucherbein schnarcht derart, dass man dafür noch ein neues Wort erfinden müsste, um dem Horror gerecht zu werden. Die Halluzinationen, überhaupt das – wie der Volksmund sagen würde – Übersinnliche ist nicht mal schlecht in Szene gesetzt, das könnte man auch viel schlechter machen. Vor allem lernen wir: Die wahren Kriminellen sitzen in der Klinik. Wir erleben nicht Götter, sondern Täter in Weiß, und eine Krankenhauseinweisung kommt einem Todesurteil gleich, denn in der Klinik muss Geld verdient werden, Geld, Geld, Geld, das kann für das Überleben der Patienten nur ungünstig sein. Der Ermittler lässt das Ermitteln nicht, und so kommt er nur knapp mit dem Leben davon.

Darf die Kunst, wenn sie denn Kunst ist, das Gesundheitswesen (auch hier müsste ein anderes Wort erfunden werden) so schlecht machen? Übertreibt sie nicht? Ist das nicht Alarmismus? Wäre es da nicht gesünder, zu Hause zu sterben? Der Vorhang zu, und alle Fragen offen.

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