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Usedomer Sittenbilder: Sommerausklang

© Fritz-Jochen Kopka

Weg vom Strand – aber ganz schnell

Wieder am Strand von Bansin. Ach was Strand. Es ist ein Schlachtfeld. Die Waffen ruhen, das Meer schweigt, die Sonne beleuchtet die Schäden, die die Schlacht den Kriegern zugefügt hat. Sie haben jegliches Schamgefühl verloren, liegen hingeschmettert mit verrenkten Gliedern und gespreizten Beinen im Sand und jetzt kann man auch sagen: Der Krieg bekommt niemandem, aber den Männern immer noch besser als den Frauen. Vierzig (oder auch nur zehn oder zwanzig) Jahre Ehekrieg haben Verwüstungen sondergleichen bewirkt, die Leiber deformiert, bizarre Fältelungen, Verfärbungen, Vernarbungen und Wulstungen hervorgebracht. Vielleicht entsteht der schockartige Eindruck am Strand auch dadurch, dass Frauen im gesellschaftlichen Leben wahre Meisterinnen darin sind, aus Kleidung und Mode eine zweite, schönere Haut zu machen, während Männer durch ihre Klamotten nur selten ansehnlicher werden. So kommt es, dass man einfach nicht gewusst hat, dass auch Frauen gewaltige Bäuche haben, und ein Ausdruck wie Mollenfriedhof oder Bierbauch wird fragwürdig. Der Bauch kommt nicht vom Bier allein.

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