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Wenn du auch Unrecht hast …

© Fritz-Jochen Kopka

Zwischen Berlin und Güstrow und Güstrow und Berlin traf ich mehrfach den schweren Mann und seinen Schatten, hier auf dem Bahnhof Malchin

Es regnet wieder nicht. Meine Frau bringt mich um!

Es regnet schon wieder. Meine Frau schlägt mich tot.

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Dass der Mensch ein Mängelwesen ist, zeigt sich verstärkt, seit es Handys gibt. Eine Hand fürs Handy, eine für die Lulle. Und womit schiebt frau den Kinderwagen?

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Frauen sind geborene Apokalyptikerinnen. Man kann auch einfach sagen: Sie machen gern die Pferde scheu.

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Sie hat ein Talent zur Feindschaft. Wenn sie in Schweigen versinkt, kann man sicher sein, dass das, was sich hinter der Stirn abspielt, finster ist. Es enthält Hass. Hass, Rachegelüste und Wut. Allein gegen alle. Alle gegen mich. Ein schweres Leben, das ich da habe, Warum eigentlich, warum ich.

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Die Mütter steigen aufs Rad und fahren mit ihrem Kind bis ans Ende der Welt. So sieht’s jedenfalls aus.

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Wenn du auch Unrecht hast, musst du trotzdem nicht gleich so laut schreien.

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An die „Bild am Sonntag” traut der Schriftgelehrte sich noch nicht richtig ran. Da steht ihm zuviel im Kleingedruckten.

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Den Hund kann man ungestraft anbrüllen. Das ist ja das Schöne.

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Ich ärgere mich an diesem Donnerstagnachmittag zuerst über das Wetter, ich ärgere mich über den Regionalzug, der einmal lange auf offener Strecke hält und einmal nicht wieder loskommt vom Ostbahnhof, ich ärgere mich über das ungehemmte Familienleben, das Klein- und Großfamilien im Zug ausleben, ich ärgere mich über die phlegmatischen Provinzler im Bahnhof Alexanderplatz, an deren Ärschen man nicht vorbeikommt, ich ärgere mich über die Punker, die stolz auf die Scheißhaufen ihrer Hunde sind, ich ärgere mich über die orientierungslosen Touristen und die konzentriert nach sozialen Wohltaten ausgehenden Migranten in der U-Bahn, ich ärgere mich über den Radfahrer, der telefonierend bei Rot über die Kreuzung fährt und sich noch nicht mal freut, dass er jetzt nicht unter dem Bus liegt. Das war reines Glück, und er weiß es noch nicht mal.

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Das bisschen Einsamkeit, das ich habe oder empfinde, brauche ich aber auch unbedingt.

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Eine schreckliche Klarheit ist in meinen Kopf gekommen, seit ich keinen Alkohol mehr trinke.

Wie lange ist das denn schon?

Schon seit zwei Stunden.

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  1. August 11, 2012 um 4:49 pm

    ärgerst du dich wirklich über all das? oder machst du spaß?

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