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Ein Kilo Triumphgefühle

Sorry, ich muss mich korrigieren. Evi Simeoni ist nicht nur die Frauen-, sondern auch die Pferdebeauftragte der FAZ bei den Olympischen Spielen in London. Und die Pferde waren es, die uns die ersten Goldmedaillen bei den Spielen eingebracht haben. Simeoni sagt es schöner: fünf vierbeinige Athleten haben ihren zweibeinigen Partnern an einem einzigen Tag zu drei olympischen Medaillen verholfen. Anfangs hatten wir den entmündigten Athleten, nun können wir vom auf seine Beine reduzierten Athleten sprechen. Gleichviel: Evi Simeoni, die den Triumph der deutschen Pferde und ihrer zweibeinigen Partner, unter ihnen auch zwei Frauen, ausführlich huldigt, ist zweifelsohne die erfolgreichste deutsche Olympiateilnehmerin. Obwohl Pferde- und Frauenbeauftragte fand Frau Simeoni auch einfühlsame Worte für den Goldmedaillengewinner Michael Jung: „Der Schwabe lächelte sein etwas abwesendes  Siegerlächeln …”  Anrührend sprach sie von dem „kleinen Mann mit den starken Nerven”. Im Sog der vier- und zweibeinigen Atleten laufen auch die zweibeinigen Redakteurinnen zur Bestform auf.

Die Disziplin heißt Vielseitigkeitsreiten. Was ist das? Das ist das, was früher Military hieß. Ach so. Und was ist Military? Das ist ein Dreikampf aus Dressur, Geländeritt und Springreiten, wobei man beachten muss, dass in jeder dieser Disziplinen die Anforderungen ein paar Striche niedriger liegen als bei den Spezialisten, falls einem auffällt, dass die Stangen beim Springen ziemlich festsitzen und nicht so leicht runterfallen. Das alles habe ich jetzt gelernt.

Gelernt habe ich auch, dass es immer noch Hockey gibt oder Feldhockey, korrekt gesagt. Das war früher so: Wer im Fußball nichts zustande brachte, ging zum Hockey, wozu wir Knüppelkrieg sagten. Manche Sportart mutet heute etwas merkwürdig an, wenn man ihr des Nachts im TV beiwohnt. Auch Feldhockey auf blauem Untergrund. Wobei ich sagen muss, dass mich das Spiel der Frauen noch eher berührte als das der Männer mit den unzähligen Fehlpässen und einem Ko-Schlag (ich muss wohl aufpassen, dass ich nicht auch noch zum Frauenbeauftragten ernannt werde). Kurz und gut. Hockey mit dieser harten Kugel ist auch noch gefährlich. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass man heute  junge Leute für diesen Sport begeistern kann, gebe aber zu, dass ich etwas einseitig gestrickt bin und im olympischen Programm gern ausmisten würde. Meine Güte, Beachvolleyball! Volleyball ist ein schöner Sport, aber was soll dieses Gewühle zwei gegen zwei im tiefen weißen Sand! Das ist sowas von undurchdacht.

Nun gut. Am Ende des Vormittags bleibt, dass die deutschen Pferde begeistert und die deutschen Ruderer auf ziemlich breiter Front versagt haben. Mir persönlich wäre es umgekehrt lieber gewesen. Und auch den Männern der 4-x-200-m-Freistilstfaffel habe ich für ihren heroischen Kampf eine Medaille gewünscht. Hat leider nicht ganz geklappt.

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