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Ein Fuss auf dem Boden der Tatsachen

Im Spiel gegen Chelsea London war Wolff-Christoph Fuss Reporter für Sat 1 und Patriot zugleich. Er hatte die Bayern bis ins Finale der Championsleague begleitet, er bangte mit ihnen, er gewann mit ihnen, dieses Verdienst kann man ihm nur nehmen, wenn man ungerecht sein will. Im Finale ergriff Freund Fuss von Anfang an die Initiative und drängte Chelsea in die Defensive. Abermals hatte seine Stimme die manierierte Modrigkeit abgelegt, klang frisch und unternehmungslustig. Wir konnten uns des Eindrucks nicht erwehren, dass der junge Fuss des festen Glaubens war, die Spieler unten, der Schiedsrichter und auch Trainer Heynckes, hörten ihn und richteten sich nach seinen Ermunterungen, Ermahnungen und Hinweisen. Er forderte auch von den Zuschauern Denkleistungen ein, indem er etwa sagte: Sie wissen, was es bedeutet, wenn der Torhüter bester Mann seiner Mannschaft ist. Chelsea brachte, wie er fand, nur ein offensives Anekdötchen zustande, war nicht in der Lage, dem deutschen Rekordmeister fußballerisch auf Augenhöhe zu begegnen. Das Team aus London muss diese Äußerungen wenigstens atmosphärisch mitbekommen haben und zeigte sich schwer beeindruckt. Wichtiger aber war Fuss’ Job dem Schiedsrichter gegenüber. Gelbe Karten für Chelsea sah er in aller Regel als rote Karten, und Handspiel!, schrie er, er gibt keinen Elfmeter!, zeigte er sich entsetzt, um schließlich einzusehen, dass der Ball nur an die Brust des Chelsea-Verteidigers gesprungen war. So landete Fuss letztlich auf dem Boden der Tatsachen. Hatte er gerade noch gesagt: Erfolg kann man nicht kaufen, rechnete er nach Chelseas Sieg aus: Eine Milliarde hat das Ding gekostet. Auch wenn Fuss, vielleicht nicht in Hochform, sein Bestes gegeben hatte, es reichte nicht ganz für den Sieg in der Königsklasse. Das müssen wir akzeptieren und ihm für die nächste Saison mehr Glück (und mehr Geld) wünschen. Falls man Erfolg eben doch kaufen kann.

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