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Lachort Münster

Lustig wie im Münsterlande

Lustig wie im Münsterlande

Der Tatort aus Münster ist als der Krimischwank der Reihe bekannt. Die Erfinder sind ins Panoptikum gegangen, und was sie da fanden, haben sie in ihre Drehbücher geschrieben, den Proll, den Dandy, die Kleinwüchsige, das Mannweib … Der Proll und der Dandy sind sich nicht grün und sticheln, seit es den Münsteraner Tatort gibt, der Proll prollig und der Dandy arrogant. Das scheint den Leuten zu gefallen. Die Statistiken sagen, dass der Tatort aus Münster besonders gern gesehen werde. Man tut gut daran, nicht an der Statistik zu zweifeln oder am Massengeschmack, sondern an beidem. Normalerweise bringt der Tatort Realitätsgewinn, er blickt in die Abgründe der Seele und in die Dreckecken des Landes. Der Tatort aus Münster wartet mit Realitätsverlust auf. Der Preis ist Gelächter. „Du hast ein gutes Herz”, sagt das spätere Opfer. „Ja, mein Kardiologe ist sehr mit mir zufrieden”, antwortet der Dandy, Gerichtsmediziner Boerne, dargestellt durch den vielsagenden Jan Josef Liefers. Das soll schon einer der besseren Scherze sein, vergelt’s Gott. Wie stellt man einen Proll dar? Knurrig, ruppig, untersetzt, schlecht frisiert und gekleidet, eine Bombenrolle für den Schauspieler Axel Prahl. Dass der Proll schlechte Manieren haben muss, ist klar, aber dass er einem derart auf die Nerven geht, wenn er beim Sprechen selbstgefällig mit seinem Essbesteck gestikuliert, ist ein Zacken zu scharf.

In diesem unpolitischen Kabarett ist der Mörder natürlich Nebensache. Trotzdem muss einer gestellt werden, es ist ja ein Krimi. Der Hauptverdächtige scheidet aus, wer bleibt da noch, um Himmels willen. Es kann nur einer aus den Reihen der Polente sein, der alberne Pressesprecher, der eine obskure russische Delegation völlig sinnlos durch den Polizeiapparat führt. Da fällt einem doch der Unterkiefer runter.

Prahl und Liefers – das Traumpaar der deutschen Krimiproduktion. Neulich träumte mir, ich säße in einem vollbesetzten Kino. Da tauchte Axel Prahl auf der Leinwand auf. Und eine törichte Stimme sagte: „Diesen Schauspieler seh ich auch immer gern!” Und das Kinopublikum lachte von Herzen.

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